DI_VER*SE

von Barbara Herold | ein Gastspiel von dieheroldfliri.at

Eine Koproduktion von dieheroldfliri.at mit KosmosTheater Wien und T:K Theater in Kempten

Ein Stück über die Vielfalt ‚Mensch’. Das Leben ist bunt. Und es soll bunt sein. Obwohl Diversität in fast allen Bereichen der Gesellschaft hoch bewertet wird, stößt Vielfalt beim Geschlecht an die Grenzen von Entweder Oder. Mann oder Frau. Hellblau oder Rosa. Die Verunsicherung, die das Thema auslöst, ist groß.
Gleichzeitig beschäftigt sich gerade die junge Generation mit Geschlechtervielfalt, da sie sichtbarer geworden ist. In amerikanischen Kultserien wie „Faking It“ oder „Transparent“ wird sie thematisiert. Zwei Transgender-Models eroberten 2017 bei ‘Germany’s Next Topmodel’ den Laufsteg. Die Verfassungsgerichte in Österreich und der BRD bestätigen mittlerweile das Recht auf einen dritten Geschlechtseintrags, allerdings erst seit kurzer Zeit.

„Es ist nicht wichtig, eine Frau oder ein Mann zu sein. Wichtig ist es, ein Mensch zu sein.“



Transidentität und Intergeschlechtlichkeit belegen, dass Männlichkeit und Weiblichkeit Teil eines breiten Spektrums sind, und dass Menschen auch diesbezüglich variable Wesen sind.
Eine vorurteilsfreie und humorvolle Beschäftigung mit dem Thema eröffnet neue Sichtweisen auf Geschlechterstereotypen und wirbt für mehr Toleranz gegenüber Menschen, die nicht ins sogenannte Raster der Mehrheit passen.

„Ich hasse Formulare: Mann oder Frau. Manchmal gibt es eine dritte Möglichkeit.
Soll ich Firma ankreuzen?“



Der Respekt für Personen, die bei der Verwirklichung ihrer geschlechtlichen Identität oft unvorstellbare Krisen, Ausgrenzung und Hindernisse zu überwinden haben, sowie die notwendige Erweiterung herkömmlicher Normvorstellungen sind Motivation für das Theaterprojekt.
Intergeschlechtliche Personen müssen sich zudem gegen eine fortdauernde Pathologisierung wehren, mit der medizinisch nicht notwendige, aber schwerwiegende Eingriffe im Kindes- und Jugendalter gerechtfertigt werden, und kämpfen um Anerkennung ihrer ganz grundlegenden Menschenrechte.

„Für das Gesetz gibt es mich nicht, für die Medizin bin ich krank, für die Psychologie gestört. Ich habe keine Toilette, keinen Sportverein, keine Dusche, kein Pronomen, keinen Platz.“



DI_VER*SE / Foto (c) Mark Mosman  

dieheroldfliri.at haben mit einem Dutzend Trans-, Transgender- und Inter*personen verschiedenen Alters und unterschiedlichster Herkunft Interviews geführt. In DI_VER*SE kommen sie zu Wort, erzählen über Alltag, Ausgrenzung und Anerkennung, von Menschenrechten und Menschenwürde, auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück.

Allein über Körper, Sprache und Gestus demontieren die Schauspieler*innen in dem dokumentarisch-satirischen Stück „typisch“ männliche und weibliche Verhaltensmuster, um so auch das traditionelle verinnerlichte Rollenverständnis in Frage zu stellen.

Die Begegnung mit Menschen, deren Körper oder/und Identität nicht den gängigen Vorstellungen von (nur zwei) Geschlechtern entspricht, kann eine inspirierende Belebung für einen stagnierenden Feminismus bedeuten, einem Feminismus, der sich für soziale, politische und ökonomische Gleichheit von allen Menschen einsetzt, mit dem Ziel, auch Männer und Frauen aus ihren Rollenzwängen zu befreien.



Es spielen: Maria Fliri, Helga Pedross, Peter Bocek
Text, Regie: Barbara Herold
Ausstattung, Video: Caro Stark
Choreographie: Anne Thaeter

Eintritt: 18 / 14 Euro, Schulvorstellungen 9 Euro

 


Der Theaterverein dieheroldfliri.at mit Sitz in Feldkirch bezweckt die Förderung und Realisierung freier zeitgenössischer Theaterprojekte mit dem Ziel, auf aktuelle, insbesondere gesellschaftspolitisch relevante Fragen der Zeit zu reagieren und künstlerisch Stellung zu beziehen. Die Theaterprojekte werden alle zwei Jahre realisiert.

Mit freundlicher Unterstützung von
Land Vorarlberg Kultur + Frauen, Stadt Feldkirch, Bundeskanzleramt Kunst, Stadt Wien Frauen, Sparkasse Feldkirch, Fa. Zibau, Manz Verlag, SPÖ Frauen

 

PRESSESTIMMEN


„Was Barbara Herold mit ihrer Doku-Satire und ihrer Regie und Maria Fliri, Peter Bocek und Helga Pedross auf der Bühne machen, ist Schubladen ausleeren .... Fliri, Bocek und Pedross wechseln zwischen Transmann, Transfrau und Interpersonen so leicht, schnell und glaubwürdig, dass das Publikum geistig ganz schön ins Schwitzen kommt, um mithalten zu können. Das Augenzwinkern macht DI_VER*SE aus. Es demontiert sämtliche Rollenmuster mit einem charmanten Lächeln.
DI_VER*SE bringt keine neuen Wahrheiten zutage. Es arbeitet aber jene, die längst bekannt sein sollten, so klar heraus, dass es ein Vergnügen ist, daran teilzuhaben....
Der, die, das Fliri, Herold, Bocek, Pedross erhalten für diese wunderbaren 75 Minuten einen über alle Geschlechter erhabenen Applaus.“ VN 12.03.18 Ursula Fehle

„...ein berührendes Stück über das Anderssein und die bereichernde Vielfalt menschlicher Diversität. (...) ....zum wiederholten Male überzeugte Barbara Herold mit ihrer neuesten Produktion. Herold hat dafür sehr genau, sehr präzise recherchiert und einen höchst einfühlsamen, den Menschen gerecht werdenden Text geschrieben. (...)
Maria Fliri, Helga Pedross und Peter Bocek spielen ganz wunderbar, bewegen sich sicher durch die Geschichten, nehmen Kontakt zum Publikum auf und jede/n einzelnen mit auf eine spannende Reise.“ Kulturzeitschrift.at, 14.3.18 Dagmar Ullmann-Bautz

„Fliri, Pedross und Bocek lassen das ergriffene Publikum in keiner Minute aus. Im Szenenstakkato wechseln alle drei glaubwürdig Geschlecht, Alter, Schicksal. Faszinierend die Akzente die mit Choreografie, projizierten Vexierbildern und Kostümdetails wie farbige BHs und Männerunterhosen mit Seitentaschen hinein gebracht werden. Rasen dann die Akteurinnen mit Rollhockern hin und her, die nicht zufällig an Krankenhaus erinnern, kann nur noch ein Auflachen über die satirische Entlarvung helfen, als Ventil für großes Unbehagen und Betroffenheit.“ Neue Vorarlberger Tageszeitung, 13.3.18, Martina Pfeifer Steiner

„Herold gibt hier jenen die Stimme, die oft überhört werden... ein laustarkes Plädoyer für Freiheit, Individualität und Anerkennung.“ Kronenzeitung, 18.3.18, Angelika Drnek

„Die Mitwirkenden offenbaren ehrliches Interesse an einem sonst kaum behandelten Thema. Man erfährt Erstaunliches... Die Trans- und Interbiografien ermöglichen Empathie. Sie machen das Leid von Menschen nachvollziehbar, die die binär gepolte Gesellschaft permanent einordnen will.“ Falter 15/2018, Martin Pesl

„...schlüpfen in männlich-weibliche und weiblich-männliche Rollen mit fließenden Übergängen und berichten von ihren unterschiedlichen Erlebnissen mit sich und der Gesellschaft. Manches gerät dabei auch komisch, wie die Ansage: Ich hasse Formulare: Mann oder Frau. Manchmal gibt es eine dritte Möglichkeit. Ob ich Firma ankreuzen soll?“ European Cultural News, 10.04.2018, Elisabeth Ritonja

„Durch die reduzierte Darstellung und das gekonnt eingesetzte Bühnenbild treffen die Sätze genau den Punkt der Absurdität, der in dieser binären Rollenteilung Basis ist. Das Schauspielerensemble denkt die Texte, findet die leisen Töne ebenso wie die starken Stücke, der Abend vergeht wie im Fluge. Ein gelungener Theaterabend, der nachhaltig wirkt.“ Souterrain-Magazin, 16.4.18, Denise Parizek